Ein Ziel unserer Anstrengungen ist die Verbesserung der Biodiversität im Stadtgebiet Eppstein. Gleichzeitig wollen wir aber auch das Interesse der Mitbürger wecken, sich für diese Aufgabe stark zu machen und uns zu unterstützen.

Daher haben wir im Rahmen der Initiative „Eppstein blüht“ einen öffentlich zugänglichen Beerengarten in Eppstein angelegt. Die Stadt Eppstein hat uns die nötige Fläche zur Verfügung gestellt. Hier gibt es einige Flächen, die zu häufig gemäht werden. Naturnahe Blühwiesen können sich dadurch kaum entwickeln. Diese sind aber eine Voraussetzung für eine größere Artenvielfalt an Insekten und anderen Tieren. Die Pflege der Fläche haben wir in Eigenregie übernommen

Ziel des Projektes ist es, solche Flächen umzuwandeln. Neben den Beerenpflanzen wollen wir Wildkräuter auf der/den Wiese/n etablieren, ohne dass diese alle 4 Wochen dem Rasenmäher zu Opfer fallen. Des Weiteren ist geplant, Unterschlupfmöglichkeiten für verschiedene Tiere zu schaffen.

Darüber hinaus soll das Projekt, das Interesse der Bevölkerung an diesen Themen sowie die Verbundenheit mit der Natur geweckt werden. Daher bepflanzen wir diese Flächen auch mit Beerenobststräuchern, die im Sinne des Urban Gardening von allen geerntet und gepflegt werden können. Insektenhotels, Steinhaufen sowie Obstbäume runden das Projekt ab. Durch Sitzgelegenheiten und Info-Tafeln sollen die Wiesen auch für naturpädagogische Angebote für Schulen und Kindergärten zur Verfügung stehen.

Neben Insektenhotels wird es auch Steinhaufen geben. Auch mehrere Obstbäume sind geplant, sowie das Aufstellen von Tisch und Bank. Ziel soll es sein, die Passanten zum Verweilen einzuladen, um etwa die Beeren zu genießen oder die verschiedenen Tiere zu beobachten. Natürlich hoffen wir auch, dass sich Interessenten finden, die uns bei der Arbeit unterstützen.

Der allererste Spatenstich erfolgte im März 2021. Im ersten Schritt haben wir 20 Beerensträucher gepflanzt (Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren…). Zwar hatten wir uns im Vorfeld einige Gedanken gemacht, aber hinterher fielen uns doch einige Punkte auf, an die wir nicht gedacht hatten. Wenn man, wie wir, nur zweimal im Jahr mähen will, dann sollte man sich vorher über einen Wegeplan Gedanken machen. Ansonsten wirken die Sträucher, insbesondere in den ersten Jahren, sehr verloren und laden sicherlich niemanden ein, zu pflücken oder gar zu pflegen. Hier gab es also Nachbesserungsbedarf. Somit verwirklichten wir im Frühjahr 2022 unseren besseren Plan. Dem ging aber ein etwas zäher Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde voraus. Als alles klar war, hat uns zunächst der Gartenbaubetrieb von Frank Forst die Fläche abgezogen. Danach säten wir eine regionale Blühwiesenmischung der Firma Rieger&Hoffmann ein und ließen ausreichend Platz für ein Wegesystem. 

Besser hat hingegen unser Plan funktioniert, die Fläche zweimal im Jahr per Handsense zu mähen.gingen wir zum ersten Mal ans Werk, zu dritt und nur einer wirklich guten Sensen. Da kam uns die Idee aus der Aufgabe eine Aktion zu machen. Roman Eckendorf, ein sensenbegeisterter Imker hatte mal einen Kurs mit gemacht. Also war es doch klar, wir bieten Sensen-Lehrgänge an. Das ist ein echter Hingucker und eine Erfolgsidee. Der von uns initiierte erste Eppsteiner Sensenworkshop im Oktober 2021 kam daher auch sehr gut an, wie man auf dem Foto sehen kann. Nur unsere Idee, den Grünschnitt an die Eppsteiner Kleintierzüchter weiterzugeben, hat leider nur mäßig geklappt. Immerhin, das Heu, was wir beim Sensen im Juni 22 ernten konnten, diente sowohl als Kaninchenfutter, als auch als Beet-Abdeckung einer Permakultur. Mittlerweile ist unser Heu gern gefragt. Insbesondere der Einhornwald in Niedernhausen und unsere Eppstein Farm sind zufriedene Abnehmer. Auch unsere Sträucher sind gut gewachsen und tragen jedes Jahr eine gute Ernte.

Ein besonders Highlight war, dass wir unser Projekt im HR Fernsehen vorstellen konnten, da wir uns bei der Umweltlotterie GENAU beworben haben. Damit haben wir einige Beachtung gefunden. Mittlerweile wurde unser Projekt auch ein Siegerprojekt und dankenswerter Weise mit einer ordentlichen Geldsumme unterstützt.

Nun hoffen wir, dass das Interesse mit den Jahren wächst, so wie auch die Sträucher selbst.

 

Sensenworkshop